Tief unter der Erde im Osten der Provinz Almería verbirgt sich eine der aussergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Spaniens: die Geoda de Pulpí. Riesige, beinahe durchsichtige Gipskristalle bedecken die Wände einer natürlichen Höhle und lassen sie wie eine andere Welt erscheinen. 2026 ist das Naturwunder nun einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Anerkennung als UNESCO-Welterbe weitergekommen. Ein guter Grund, die Geode bei der nächsten Reise nach Andalusien auf die Liste zu setzen.
Ein verborgenes Naturwunder unter Almería
Von aussen lässt sich kaum erahnen, was sich unter der Sierra del Aguilón bei Pulpí verbirgt. In der ehemaligen Mina Rica liegt eine riesige Geode, deren Innenraum vollständig von grossen Gipskristallen bedeckt ist.
Entdeckt wurde die Geoda de Pulpí 1999 von Mitgliedern einer Mineralogengruppe aus Madrid. Aufgrund ihrer Grösse, der Transparenz ihrer Kristalle und ihres aussergewöhnlich guten Erhaltungszustands gilt sie heute als geologische Besonderheit von internationaler Bedeutung. Die Junta de Andalucía bezeichnet sie als die grösste Geode der Welt, die für Besucher zugänglich ist.
Das Besondere sind vor allem die teilweise enormen Kristalle. Sobald Licht auf die transparenten Oberflächen trifft, reflektieren sie es und verleihen dem Inneren ein fast unwirkliches Aussehen.
2026 rückt die Geoda de Pulpí Richtung UNESCO
In diesem Jahr hat die Geode zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. Im April 2026 entschied der spanische Rat für historisches Erbe, die Geoda de Pulpí gemeinsam mit der Landschaft von Sigüenza und Atienza als nächste spanische Kandidaturen für die Vorprüfungsphase zum UNESCO-Welterbe vorzusehen.
Das bedeutet allerdings noch nicht, dass die Geode bereits UNESCO-Welterbe ist. Vielmehr handelt es sich um einen weiteren Schritt im Bewerbungsverfahren. Nach dem seit 2026 geltenden UNESCO-Verfahren wird zunächst ein sogenannter Preliminary Assessment durchgeführt, bevor eine formelle Nominierung erfolgen kann.
Für Reisende ist das trotzdem spannend: Die bislang ausserhalb Spaniens vergleichsweise wenig bekannte Sehenswürdigkeit könnte in den kommenden Jahren deutlich stärker in den internationalen Fokus rücken.
So läuft ein Besuch der Geoda de Pulpí ab
Ein Besuch ist weit mehr als ein kurzer Blick in eine Höhle. Die Geode befindet sich innerhalb der historischen Mina Rica bei Pilar de Jaravía. Besucher werden bei einer geführten Tour durch die wichtigsten Stollen des ehemaligen Bergwerks geführt und erfahren dabei mehr über Geologie, Mineralien und die Geschichte des Bergbaus in der Region.
Die komplette Führung dauert ungefähr zwei Stunden. Dabei geht es vom ersten bis zum vierten Niveau der Mine rund 45 Meter nach unten. Insgesamt müssen auf dem Weg zur riesigen Geode 164 Stufen überwunden werden.
Der Höhepunkt wartet ganz unten: Besucher dürfen einen Teil des Oberkörpers durch die natürliche Öffnung der Geode bewegen und so direkt in den mit Kristallen ausgekleideten Hohlraum schauen. Komplett betreten werden darf die Geode zum Schutz der empfindlichen Kristalle nicht.
Festes Schuhwerk ist für den Besuch daher definitiv empfehlenswert.
Perfekter Ausflug während der Ferien an der Küste
Die Lage macht die Geoda de Pulpí besonders interessant für Reisende. Sie befindet sich ganz im Osten der Provinz Almería und lässt sich dadurch hervorragend mit Ferien an der Mittelmeerküste verbinden.
Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, kann den Besuch beispielsweise mit San Juan de los Terreros kombinieren. Der kleine Küstenort gehört ebenfalls zur Gemeinde Pulpí und bietet Strände, Buchten und eine deutlich ruhigere Atmosphäre als viele der bekannten Ferienorte an der spanischen Mittelmeerküste.
Auch die Küstenorte der benachbarten Region Murcia sind nicht weit entfernt. Damit eignet sich die Geode als Ausflugsziel sowohl während einer Andalusien-Rundreise als auch bei Ferien an der Costa de Almería oder der Costa Cálida.
Tickets besser im Voraus reservieren
Spontan zur Mina Rica zu fahren, ist nicht unbedingt die beste Idee. Die Besuche erfolgen geführt und die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Auf der offiziellen Buchungsseite können verfügbare Termine und Uhrzeiten ausgewählt werden.
Gerade während der Ferienzeit lohnt es sich deshalb, den Besuch bereits vor der Reise einzuplanen.
Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, sollte zudem vor der Buchung die Bedingungen genau prüfen. Zwar gibt es für einen Teil des Abstiegs einen Aufzug, trotzdem müssen auf dem Weg weiterhin zahlreiche Treppenstufen bewältigt werden.
Eine ganz andere Seite Andalusiens
Bei Andalusien denken viele zunächst an Sevilla, Málaga, Granada, weisse Dörfer und lange Sandstrände. Die Geoda de Pulpí zeigt, dass sich einige der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten der Region jedoch dort verstecken, wo man sie zunächst gar nicht vermuten würde.
Mit der Entscheidung von 2026 könnte dieses Naturwunder nun noch bekannter werden. Bis zu einer möglichen Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste ist es zwar noch ein weiter Weg – für eine Reise nach Pulpí muss man darauf aber nicht warten.
Denn wer einmal durch die alten Stollen der Mina Rica hinabgestiegen ist und schliesslich vor den riesigen, glasklar wirkenden Kristallen steht, entdeckt eine Seite Spaniens, die mit klassischen Strandferien nur wenig gemeinsam hat.

