Während Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote jedes Jahr zahlreiche Urlauber anziehen, bleibt eine andere Kanareninsel vergleichsweise unbekannt: El Hierro. Die kleine Insel im Atlantik begeistert mit spektakulären Vulkanlandschaften, natürlichen Meeresschwimmbecken und einer beeindruckenden Ursprünglichkeit.
Besonders für Reisende, die Ruhe, Natur und authentische Erlebnisse suchen, ist El Hierro eine spannende Alternative zu den bekannteren Ferieninseln.
Dank des milden Klimas lohnt sich eine Reise auch während der europäischen Wintermonate. Wer dem kalten Wetter entfliehen und gleichzeitig eine der ursprünglichsten Regionen Spaniens entdecken möchte, findet auf El Hierro ideale Voraussetzungen.
El Hierro: Die kleinste der grossen Kanareninseln
El Hierro liegt im Westen des kanarischen Archipels und gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife.
Mit einer Fläche von rund 269 Quadratkilometern ist sie die kleinste der sieben traditionellen Hauptinseln der Kanaren.
Anders als auf Teneriffa oder Gran Canaria gibt es auf El Hierro keine grossen Hotelanlagen und ausgedehnten Touristenzentren.
Stattdessen prägen kleine Dörfer, vulkanische Landschaften und beeindruckende Steilküsten das Inselbild.
Die Insel ist ausserdem als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt und setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit und den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen.
Damit eignet sie sich besonders für Reisende, die bewusst abseits der grossen Touristenströme unterwegs sein möchten.
Spektakuläre Vulkanlandschaften entdecken
Die vulkanische Entstehung hat El Hierro eine aussergewöhnliche Landschaft verliehen.
Schroffe Felsküsten, erkaltete Lavafelder und grüne Hochlandregionen wechseln sich auf vergleichsweise kleinem Raum ab.
Besonders eindrucksvoll ist das Valle de El Golfo.
Das riesige Tal entstand durch einen gewaltigen Hangrutsch und wird von steilen Felswänden eingerahmt.
Von verschiedenen Aussichtspunkten eröffnen sich spektakuläre Blicke auf die Küstenlandschaft.
Einer der bekanntesten ist der Mirador de la Peña, der vom kanarischen Künstler César Manrique gestaltet wurde.
Von hier aus können Besucher die beeindruckende Landschaft des El-Golfo-Tals überblicken.
Natürliche Meeresschwimmbecken statt überfüllter Strände
El Hierro ist keine typische Badeinsel mit kilometerlangen Sandstränden.
Dafür bietet sie zahlreiche natürliche Meeresschwimmbecken, die zu den schönsten Besonderheiten der Insel gehören.
Charco Azul
Der Charco Azul zählt zu den bekanntesten Naturpools auf El Hierro.
Das Meeresschwimmbecken liegt zwischen dunklen Vulkanfelsen und beeindruckt mit türkisfarbenem Wasser.
Die natürliche Felskulisse macht diesen Ort zu einem beliebten Fotomotiv.
La Maceta
Die Meeresschwimmbecken von La Maceta befinden sich an der Nordwestküste und sind besonders bei Einheimischen beliebt.
Hier können Besucher in einer aussergewöhnlichen Umgebung baden und den Blick auf den Atlantik geniessen.
Tacorón
Die Badebucht Tacorón liegt im Süden der Insel und ist für ihre geschützten Badebereiche und die vulkanische Umgebung bekannt.
Besonders bei ruhigem Meer bietet sie schöne Möglichkeiten zum Schwimmen und Entspannen.
Wichtig: Auch in natürlichen Meeresschwimmbecken können starke Wellen und Strömungen gefährlich werden. Deshalb sollten Besucher immer die aktuellen Wetter- und Meeresbedingungen beachten.
Wandern durch unberührte Natur
El Hierro ist ein Paradies für Wanderfreunde.
Die Insel verfügt über zahlreiche Wanderwege, die durch unterschiedliche Landschaften führen.
Besonders interessant sind folgende Gebiete:
El Sabinar: In dieser Region wachsen die berühmten, vom Wind geformten Wacholderbäume. Ihre ungewöhnlichen Formen gehören zu den bekanntesten Naturmotiven der Insel.
La Dehesa: Die weitläufige Landschaft im Westen bietet beeindruckende Ausblicke und eine besondere Ruhe.
Frontera: Rund um die Gemeinde führen verschiedene Wanderwege durch grüne Landschaften und entlang eindrucksvoller Aussichtspunkte.
Malpaso: Der höchste Punkt der Insel liegt auf rund 1.500 Metern und bietet bei guten Sichtverhältnissen spektakuläre Panoramablicke.
Wer mehrere Wanderungen unternehmen möchte, sollte festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung mitbringen.
Ein Paradies für Taucher
Nicht nur an Land, sondern auch unter Wasser hat El Hierro einiges zu bieten.
Besonders bekannt ist das Meeresschutzgebiet rund um La Restinga im Süden der Insel.
Die vulkanische Unterwasserlandschaft bietet faszinierende Felsformationen, klares Wasser und eine vielfältige Meereswelt.
Mehrere Tauchschulen organisieren geführte Ausflüge zu unterschiedlichen Tauchplätzen.
Auch für erfahrene Taucher ist El Hierro aufgrund seiner besonderen Unterwasserlandschaften ein interessantes Reiseziel.
Beste Reisezeit: El Hierro auch im Winter entdecken
El Hierro profitiert vom milden Klima der Kanarischen Inseln.
Während in Mitteleuropa die Temperaturen sinken, herrschen auf der Insel häufig noch angenehme Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten.
Von November bis März liegen die Tageshöchsttemperaturen in den tieferen Küstenregionen oftmals zwischen 19 und 23 °C.
In höheren Lagen kann es allerdings deutlich kühler werden.
Besonders Wanderer profitieren von den meist gemässigten Temperaturen.
Wer hauptsächlich baden möchte, findet im Sommer und Frühherbst häufig günstigere Bedingungen. Für Wanderferien und Naturerlebnisse ist El Hierro dagegen auch während der Wintermonate interessant.
Anreise und Mobilität auf El Hierro
El Hierro verfügt über einen kleinen Flughafen, der hauptsächlich über Verbindungen zu anderen Kanareninseln erreichbar ist.
Für Reisende aus der Schweiz bietet sich deshalb zunächst ein Flug nach Teneriffa oder Gran Canaria an.
Von dort kann die Weiterreise mit einem Inlandsflug erfolgen. Alternativ bestehen Fährverbindungen zwischen Teneriffa und El Hierro.
Um die Insel flexibel zu erkunden, empfiehlt sich ein Mietwagen.
Die Entfernungen sind zwar vergleichsweise kurz, allerdings führen viele Strassen durch bergiges Gelände.
Wer mehrere Aussichtspunkte, Wandergebiete und abgelegene Dörfer besuchen möchte, ist mit einem eigenen Fahrzeug deutlich unabhängiger.
Fazit: El Hierro ist eine besondere Alternative zu den bekannten Kanareninseln
El Hierro zeigt eine ganz andere Seite der Kanaren.
Statt grosser Hotelanlagen erwarten Besucher ursprüngliche Dörfer, beeindruckende Vulkanlandschaften und zahlreiche Möglichkeiten für Aktivitäten in der Natur.
Besonders für Wanderer, Taucher und Ruhesuchende bietet die Insel ideale Voraussetzungen.
Wer seine nächsten Ferien auf den Kanaren verbringen möchte, aber bewusst nach einem weniger bekannten Reiseziel sucht, sollte El Hierro unbedingt in Betracht ziehen.
Die kleine Atlantikinsel beweist, dass die Kanaren auch abseits der bekannten Touristenhochburgen voller Überraschungen stecken.

