Roadtrip Spanien: Von Bilbao nach Sevilla – deine perfekte Route

Roadtrip Spanien: Von Bilbao nach Sevilla – deine perfekte Route

Von Jonas·

1 | Warum gerade diese Nord-Süd-Achse?

Zwischen Atlantikbrandung und andalusischer Abendhitze liegen kaum 900 Kilometer Straße – mehr als genug, um Spaniens spektakulären Klima- und Kulturwechsel in einer einzigen Reise zu erleben. Du startest im avantgardistischen Bilbao, gleitest an Steilküsten entlang, steigst bis in die kantabrischen Hochgebirge und rollst schließlich die legendäre “Ruta de la Plata” (A-66) hinunter ins orangeblütenduftende Sevilla – ein Trip, bei dem du von Seezunge in Sidra bis zu Flamenco in versteckten Patio-Bars alles kosten wirst. Die Strecke ist fast komplett über mautfreie Autovías erschlossen; die ehemals gebührenpflichtigen Abschnitte der AP-1 (Burgos–Armiñón) und AP-4 (Sevilla–Cádiz) wurden bereits 2018 bzw. 2020 kostenlos gestellt . ViaMichelin gibt für die Direktroute rund 848 Kilometer an, reine Fahrzeit etwa neun Stunden – realistisch solltest du jedoch mindestens eine Woche einplanen

2 | Beste Reisezeit

  • Frühling (April–Juni): Milde Temperaturen, alles grünt, Andalusien ist noch angenehm frisch.
  • Früher Herbst (September/Oktober): Warmes Meer im Norden, Wein- und Olivenernte im Landesinneren, trockene Hitze im Süden.
  • Sommer ist möglich, aber rechne südlich von Extremadura mit 40 °C + – Klimaanlage zwingend!

3 | Etappen­empfehlung im Detail

Tage 1 & 2 – Bilbao: Titan, Pintxos und Atlantikluft

Gönn dir ein erstes Staunen vor Frank O. Gehrys Guggenheim-Titanblättern und verliere dich danach in den engen Gassen der Casco Viejo zwischen Pintxos-Bars. Achtung: Seit 15. Juni 2025 dürfen Fahrzeuge mit DGT-Plakette B das Innenstadt-ZBE-Gebiet nur noch in Ausnahmefällen befahren; ECO, 0 und C bleiben frei – ausländische Nummern müssen vorher online registriert werden.

Tag 3 – Kantabrische Küste & Santander

Gerade einmal 100 Kilometer westlich wartet feiner Sand in Somo in Kantabrien, der neogotische Palacio de la Magdalena und frischer Fisch auf dich. Auf dem Weg lohnen Stopps an windumtosten Surfbuchten wie Langre.

Tag 4 – Picos de Europa: Schluchtenkino auf der N-621

Hinter Unquera biegt die Straße in den Desfiladero de la Hermida ein, eine der dramatischsten Schluchten Nordspaniens. Kurve weiter bis Potes und, falls Zeit bleibt, wandere ein Stück der berühmten Ruta del Cares tief ins Kalksteinmassiv.

Tag 5 – León: gotischer Rausch & Tapas-Meile

Die Kathedrale gilt als spanisches Chartres, ihr Buntglas taucht das Innere in regenbogenhaftes Licht. Energie für den Abend liefert das Barrio Húmedo – jede Runde Tapas kommt hier traditionell gratis zum Bier.

Tag 6 – Salamanca: Barock in Goldstein

Die Universität aus 1218, Stadtpaläste aus warmem Villamayor-Sandstein und die vielleicht schönste Plaza Mayor des Landes: Lass dich bis spätabends zwischen Arkadengängen treiben, wenn die Fassaden bernsteinfarben leuchten.

Tag 7 – Extremadura: Cáceres & Mérida auf der “Silberstraße”

Ab León folgst du der A-66, moderner Nachfahrin der römischen Vía de la Plata, die Nord- und Südspanien seit 2 000 Jahren verbindet Zwischen Steineichenhaine und Weiden schwarzer Ibérico-Schweine tauchst du ein in mittelalterliche Paläste (Cáceres) und römische Monumente (Mérida).

Tage 8 – 10 – Sevilla: Finale mit Orangenblüten

Moorische Bögen im Alcázar, die Giralda mit Panoramablick, Flamenco-Nächte in Triana – Sevilla ist ein Fest der Sinne. Parallel läuft hier ein Pilotprojekt für weitere städtische Zonas de Bajas Emisiones rund um die Isla de la Cartuja; aktuell genügt jede DGT-Plakette, doch Verschärfungen sind absehbar

4 | Praktische Tipps unterwegs

Umweltzonen & Plaketten

  • Bilbao: Online-Registrierung erforderlich, Einfahrt für B-Fahrzeuge seit 2025 stark eingeschränkt.
  • Sevilla: Erste ZBE konzentriert sich auf die Cartuja-Halbinsel; Montag–Freitag 7–19 Uhr Einfahrverbot für Autos ohne DGT-Sticker. Weitere Abschnitte entlang des Stadtrings SE-30 sind in Planung.

Maut & Kosten

Dank aufgehobener Konzessionen ist deine Route praktisch mautfrei. Nur vereinzelte alte Autopista-Krampen verlangen noch Kleinstbeträge, Kreditkarte genügt.

Fahr-Basics in Spanien

Tempolimite: 120 km/h Autobahn, 90 km/h Landstraße, 30 km/h in vielen Altstädten. Zwei Warndreiecke + Warnweste an Bord sind Pflicht; Promillegrenze 0,5 ‰ (0,3 ‰ für Fahranfänger).

5 | Optionale Abstecher, wenn du Luft im Plan hast

  • La Rioja: Logroño und ein Nachmittag Bodegas-Hopping im Weinbar-Viertel Laurel.
  • Asturien-Küste: Asturiens Sidra aus dem Hochhalt-Gießstoß in Cudillero oder Oviedo.
  • Doñana-Nationalpark: Flamingos und gigantische Dünen südlich von Sevilla – perfekt für einen Safari-Tag im Jeep.

6 | Kulinarische Highlights entlang der Route

  • Baskenland: Fassfrischer Txakoli-Weißwein und gegrillte Txuleta-Steaks.
  • Kantabrien & Asturien: Cremiger Cabrales-Käse, Apfelwein-Ritual in der Sidrería.
  • Kastilien: Hornazo-Pastete in Salamanca, Cecina-Lufttrockenfleisch in Kastilien León.
  • Extremadura: Jamón Ibérico de Bellota direkt vom Produzenten, begleitet von nussigem Torta del Casar-Käse.
  • Andalusien: Manzanilla-Sherry, Gazpacho und Tapas-Bar-Crawl bis tief in die Nacht.

7 | Pack- & Checkliste

  1. EU-Führerschein und Fahrzeugschein im Original.
  2. DGT-Umweltplakette oder Ausdruck der Online-Registrierung.
  3. Kreditkarte + etwas Bargeld für abgelegene Dörfer.
  4. Sonnencreme und reichlich Wasser – speziell ab Juni südlich der Meseta.
  5. Offline-Karten und Ladekabel; im Gebirge reißt das Mobilnetz häufiger ab.

8 | Fazit

Ob du in sieben Tagen „One-Way-Express“ fährst oder drei Wochen lang jede Nebenstraße mitnimmst: Die Route Bilbao–Sevilla ist Spaniens Kontrastprogramm in Reinform. Zwischen futuristischem Titan, kantabrischen Nebelwäldern, römischen Meilensteinen und andalusischer Azulejo-Romantik erlebst du das Land wie in einem kompakten Roadmovie. ¡Buen viaje y hasta pronto!

(Alle Angaben ohne Gewähr; prüfe vor Abfahrt stets aktuelle Verkehrs- und Umweltbestimmungen.)